110 kV Leitung Ried - Raab - Ranna: Grundeigentümer bieten Verkabelung an

2008-08-13 11:52 von Berthold Scheuringer

Über 80% der betroffenen Grundeigentümer der geplanten 110kV Leitung im Innviertel bieten der Energie AG schriftlich Verhandlungen über ein Servitut für ein Erdkabel an. Eine Freileitung wollen die Innviertler jedoch weiterhin bekämpfen.

Mit der Übergabe von mehr als 170 Briefen von Grundeigentümern, die direkt von der geplanten Stromtrasse betroffen sind, wollen die Vertreter der "Schutzgemeinschaft 110kV" nach über 10 Jahren der Diskussion mit der EAG eine neue Wendung geben. Laut Hans Zahlberger, Sprecher der Schutzgemeinschaft, sei ein Erdkabel im Vergleich zu einer Freileitung nur geringfügig teuerer, vom Gesichtspunkt des Natur-, Landschafts- und Gesundheitsschutzes aber eindeutig zu bevorzugen. Zahlberger: "Diese Schreiben sind das Zeichen unserer ausgestreckten Hand, die darauf wartet, ergriffen zu werden".

 

Unterstützung für lokale Stromversorgung
Zahlberger will keinesfalls als Verhinderer wahrgenommen werden: "Uns als Betroffene liegt eine zukunftssichere Stromversorgung des Innviertel mindestens ebenso am Herzen, wie der Energie AG. Als Grundeigentümer beanspruchen wir lediglich das Recht, mitzureden, in welcher Art und Weise von Dritten in unser Eigentum eingegriffen wird."

 

Börsegang als Zeitenwende
Bisher habe vor allem die Angst der EAG vor der Beispielswirkung verhindert, dass sie einen Kompromiss mit den Grundeigentümern über die Verlegung der geplanten Leitung unter die Erde ernsthaft erwogen hätte. Mit dem geplanten Börsengang könnte sich das nun ändern. Zahlberger. "Eine EnergieAG, die nicht mehr darauf pochen kann, allein im Interesse der Allgemeinheit zu wirtschaften, sondern die Ansprüche ihrer Aktionäre befriedigen muss, wird sich umso mehr um ein gutes Einvernehmen mit der Bevölkerung bemühen müssen. Sonst wird sie an vielen Orten anecken und in Konflikte hineingeraten. Das würde dem Aktienkurs sicher nicht gut tun."

 

Rechtsmittel gegen Freileitung
Aber auch für den Fall, dass die EAG den Erdkabel-Kompromiss nicht akzeptiert, und weiterhin eine Freileitung errichten will, sieht sich die "Schutzgemeinschaft" gut gerüstet. Mit den übergebenen Schreiben hätten über 80% der betroffenen Grundeigentümer erneut bekräftigt, dass sie sich gegen eine Freileitung wehren werden. Gleichzeitig hätten sie aber Verhandlungen über die Einräumung eines Servituts angeboten. Zahlberger: "Wir wollen keinen Rechtsstreit, wir fürchten ihn aber auch nicht."

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